Mär 8 2014

A real-time eBook

Nicht selten spielen Geschichten an mehr oder minder nur einem Ort, auf einem "Zauberberg" oder einem Kloster im Apennin. Manche erzählen gar das ganze Leben eines oder mehrerer Protagonisten oder Familien anhand von einem Ort; Bruce Chatwins "Auf dem schwarzen Berg" ist hierfür ein Beispiel. Die Mikrostruktur des alltäglichen Lebens wird mit der Makrostruktur des Raumes verknüpft.

Wäre es nicht schön, immer ein Bild dieses einen, speziellen Ortes zur Verfügung zu haben? Auf der linken Buchseite eine Ansicht dieses Ortes, auf der rechten der Text. Und die Ansichten wandeln sich in der Zeit.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie richten sich nach der Zeit des Lesers - eine Realzeitansicht des Ortes, wie er jetzt in diesem Moment gerade aussieht. Wer morgens liest, sieht den Ort am Morgen. Wer abends liest, den Abend. Während des Lesens werden die Schatten immer länger.

Oder die Zeit der Erzählung wird gewählt: Der Ort im Frühjahr. Der Ort im Herbst. Der Ort bei Sturm. Kinder werden geboren, werden erwachsene Menschen und Alte, und immer wieder sieht man den Ort, der ihr Leben bestimmt, neu und verändert. Das tut der Erzählung keinen Abbruch: Sehen heisst Nichtsehen.

Dez 26 2013

Georges Perec's kurzer Text "tentative d'épuisement d'un lieu parisien" spielt mit der Grenze zwischen realer und imaginierter Welt. Dieser "Versuch, einen Platz in Paris" zu erfassen oder auszuschöpfen oder auszulöschen (je nachdem, wie man das Französische verstehen will)  beschreibt die flüchtige Alltagswelt auf der Fläche vor der Basilika Saint Sulpice. Eine der ältesten Kirchen von Paris als Schauplatz, ein historischer Ort; dazu liefert Perec ahistorisches, unbedeutendes, flüchtiges: Die arhythmische Präsentation von Tragetaschen, der Taubenschlag eines Tabakladens, der gelegentliche Regen, der die Menge der Passanten in immer neuen Formationen arrangiert. Eine Frau mit zwei Baguettes unter dem Arm.

Un tabac au place Saint-SulpiceFür den Touristen, der auf dem Platz verweilt, ist dieser Text eine willkommene Ablenkung von der Geschichtsmächtigkeit der Pfarrkirche. Er drängt den Leser zur genauen Beobachtung, schärft die Sinne für das Leben der Menschen und lässt den Platz verblassen. Monotonie des Alltags, Rhythmus der Bewegungen, Variationen von Licht und Schatten, die je unterschiedlich gefühlte Zeit, die Ordnungen einer Liste. Direkt vor Ort gelesen, auf Papier oder digital, kann das schmale Büchlein eines der Wunder der Literatur bewirken: Die Veränderung der Wahrnehmung.

Als Augmented Literature sollte das Buch allerdings jedem Leser die Möglichkeit eröffnen, anwesend zu sein, ohne den Platz selbst besuchen zu müssen. Der Text der neun Abschnitte könnte auf der rechten Seite eines aufgeschlagenen eBooks präsentiert werden, auf der linken das Livebild einer Webcam, die an just jenem Ort positioniert ist, an dem Perec im Oktober 1974 gesessen haben muss. Teilnehmende Beobachtung, nicht Überwachung. Bewegung, Konversation, Formation, Kleidung. Leben eben.

 

Dez 7 2013

Stadt der Liebe

Nichts verändert die Wahrnehmung so stark wie die Liebe – sei es nun, weil alles in Rosa getaucht ist, oder weil die Sinne verwirrt sind. So taucht man als Leser eines Liebesromans schnell in eine phantastische Welt ein. Die Blumen wenden ihre Köpfe den Liebenden zu; die Fliesen, mit denen der Gang gekachelt ist, durch der Verliebte schreitet, beginnen warm zu strahlen und golden zu glänzen; eine schnelle Handbewegung durch die Luft lässt Musik erklingen.

Mit allen Sinnen durch die Stadt der LiebeKein Wunder, dass aus solchen Erzählungen schöne digitale Bücher werden können, in denen augmented literature und augmented reality verschmelzen. Nehmen wir die Stadt der Städte dafür, Paris. Der Leser streift mit seinem Lesegerät durch die Straßen und liest – und alles ist verändert: Die Straßen sind umbenannt, wenn er auf den Stadtplan schaut, denn nun erinnern sie an die Wege und Orte, die das Liebespaar beschreitet und besucht. Schaut der Leser durch die Kamera, sieht er die Liebste (oder den Liebsten) um die Ecke verschwinden wie einen holden Traum – oder im blauen Himmel über sich auf einer Wolke schweben. Die Denkmäler sind verwandelt, denn nun sieht man das Paar in Marmor gehauen und in hingebungsvollen Posen. Und die Metrostationen noch des banalsten Vergnügungsviertels verwandeln sich in den Namen der Geliebten. Ein rascher Schwenk mit dem digitalen Buch, und Sphärenklänge ertönen ...

Aber ach, vielleicht, vielleicht wird auch bald der schwache Duft einer Seerose die Lungen füllen ...

Aug 31 2013

Nation and Narration

Noch vor wenigen Jahrzehnten lasen die Menschen national: Der Abenteuerroman führte seinen Protagonisten an Grenzen, die er überschreitet, um glücklich wieder in die Zivilisation zurückzukommen. Er kehrt dahin zurück, wo er herkommt, gereift und wissend, wo seine Heimat ist. Das Draußen / Andere / Gegenüber hingegen ist fremd, fremdsprachig allemal, nicht kultiviert und unzivilisiert. Diese Struktur zeigte sich in ihrem Extrem im Kriegsroman, hier war die Front die Grenze und der Fremdsprachige der, der umgebracht werden sollte. So entstehen und entstanden Nationen, in einer Abgrenzungsbewegung von "wir" gegen "die". Tausende Romane füllten die Imagination zehntausender Leser an, hier "wir", dort "die", Nation gegen Nation, die Sprachgrenze dazwischen. Ist das alles passé? Vielleicht noch nicht ganz, aber aus der Mode gekommen. Zeit für Inventur und eine Bemessung dessen, was als Ausschuss gelten kann; der Abraum wird abgeschätzt.

Abraum der Geschichte: Das deutsche Buch

Wie könnte die (digitale) Abenteuerliteratur des 21. Jahrhunderts dagegen aussehen? Stellen wir uns ein paar Autoren vor, die sich wie Korrespondenten auf verschiedenen Kontinenten aufhalten. Dazu ein spannungsgeladenes Thema, internationaler Terrorismus beispielsweise. Jeder Autor entwirft einen Plot, verschiedene narrative Schnittstellen zwischen den Erzählungen werden vereinbart, jeder produziert in Abschnitten, alles wird in kürzester Zeit übersetzt und auf die Endgeräte der Leser gedrückt. Ein Autor erzählt, vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund sich in einer Region eine Gruppe radikalisiert; ein anderer, wie sie sich durch internationalen Drogenschmuggel finanziert; ein dritter die Folgen terroristischer Attentate in den Zielländern; ein vierter schließlich die militärischen Reaktionen der Länder des globalen Nordens (denn diese reagieren immer militärisch auf so etwas...). Die Leser wählen aus dem Angebot aus, welchem Erzählstrang sie folgen wollen – oder folgen gleich mehreren. Ein Auge West, ein Auge Ost. Keine Nationen. Eine globalisierte Literatur.

Jul 20 2013

Echo

Bücher auf Facebook als Freunde hinzufügen: Gute Idee. Noch besser wäre es, wenn sich die Bücher auch untereinander vernetzen könnten. Buch Y bezieht sich auf Buch X, da von dort ein Zitat, ein Gedanke, eine Metapher übernommen wurde. Echos von Büchern in anderen Büchern also. Da die Bücher selbst als Nutzer nicht eingetragen sind, müsste jemand für sie die Aufgabe übernehmen, sich untereinander zu vernetzen....

Bestimmt gibt es bei den "Digital Humanities" schon eine Software, die anhand der durchschnittlichen Satzlänge, häufigen syntaktischen Mustern, lexikalischem Reichtum (oder Armut) und so weiter Beziehungen zwischen Texten ausfindig machen kann. So wie etwa Anspielungen auf Homer und antike Mythen im "Ulysses" von James Joyce. Nun müsste man diese Software nur noch darauf hin programmieren, Verbindungen zwischen diesen Büchern auf Facebook herstellen – also Bücher, deren Echo sich in anderen Büchern findet, als Freunde hinzufügen.

Eine Kartierung dieser Inter-Buch-Echos würde wahrscheinlich ein ähnliches Netzwerk ergeben wie die berühmte Karte des Praktikanten bei Facebook, Paul Butler. Eine globale Gemeinschaft von Büchern, das Echo von Echos.

Echos von Büchern in anderen Büchern

Mai 25 2013

Jeden Tag dieselben Wege, jeden Tag dieselben Orte – wir alle kennen das. Gewohnheit ist der Tod der Sensibilität, und unser Alltag wird durch sie zwar strukturiert, aber eben auch monoton. Darum empfiehlt eine buddhistische Weisheit auch: "Du sollst jeden Tag einen Ort aufsuchen, an dem Du noch nie warst." Doch leider ist es nicht so einfach, jeden Tag den Ort zu wechseln wie die eigene Unterhose.

Gimbal, die App für literarische StadtentdeckungenEin britischer Verlag mit dem schönen Namen "Comma Press" kommt uns alltagsmatten Lesern jetzt zu Hilfe. Wenigstens lesend vor den inneren Pforten der Wahrnehmung kehren und neue Stadtansichten gewinnen, das verspricht die iPhone-App Gimbal, die von Comma Press mit Inhalten gefüllt wurde. Der Verlag ist spezialisiert auf Kurzgeschichten zum Thema Stadt, hat bereits mehrere Anthologien unter der Rubrik "Reading the city" herausgegeben und daher auch richtig viele Autoren und Kurzgeschichten in der Schmuckschatulle.

In dieser App sind dreißig Kurzgeschichten versammelt, die in verschiedenen Städten der Welt spielen, zumeist in Europa. Man kann also seinen täglichen Alltagsweg im ÖPNV bestreiten, indem man lesend einen Ausflug in eine andere Stadt macht. In der Textversion sind links kleine Anker untergebracht, die Erläuterungen zu den Orten bieten, die im Text genannt werden. Alle Kurzgeschichten lassen sich auch in einer Audioversion herunterladen; das ist praktisch, wenn man etwa auf dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Ausserdem gibts hier eine Karte, auf der man sich orientieren kann, wo denn die erzählte Geschichte genau spielt: Ein blaues Pünktchen bewegt sich auf der Karte entlang, während die Erzählung voranschreitet. Das bringt eine weitere Nutzungsmöglichkeit ins Spiel: Wenn man nun gerade in jener Stadt ist, in der die Kurzgeschichte spielt, kann man die Route der short story auch abgehen bzw. nachfahren. Das bringt den Mehrwert einer wirklich ungewöhnlichen Stadterkundung.

Nutzerfreundlich wird die App durch die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten: Die alltagstauglich kurzen Texte können nach dem Transportmedium ausgewählt werden, in dem die Erzählungen spielen, nach der Länge des Audiobeitrags, nach dem Ort, an dem sie spielen und nach dem Genre, dem die Texte angehören. Weitere Features bieten Informationen über die Autoren und, natürlich, die bei Comma Press verlegten Texte.

Wie man sich leicht vorstellen kann, sind alle Texte und Audiofiles auf Englisch. Und nur zwei stories spielen in Deutschland, d.h. in Berlin und Bremen. Wer das als Einschränkung empfindet, sollte sich daran erinnern, was die kostenlose App erschließt: Imaginäre Wege zu unbekannten Orten.

Aug 25 2012

Elektronische Bücher könnten nicht nur aufzeichnen, wo sie überall gewesen sind, also nach außen schauen. Sie könnten auch nach innen schauen, in die eigene Welt der Fiktion hinein. Besonders interessant wäre das für uns Leser, wenn die Bücher uns dabei ein paar Dinge zeigen, die wir mit dem bloßem Auge oder dem inneren Auge der Imagination nicht wahrnehmen können.

Stellen wir uns beispielsweise vor, ein paar Bildungsromane kämen zusammen, um sich auszutauschen. Jeder würde von sich erzählen und dabei natürlich berichten, wo seine Handlung spielt. Illusions perdues von Honoré de Balzac, La éducation sentimentale von Gustave Flaubert und Rouge et Noir von Stendal würde von den Wegen ihrer Protagonisten in die Hauptstadt Paris erzählen. Die Deutschen würden dagegenhalten und sagen "Nein, bei uns gab es gar kein so klares Zentrum wie bei Euch", und darum beschreiben Wilhelm Meisters Wanderjahre von Goethe und Der grüne Heinrich von Gottfried Keller die Wanderungsbewegungen ihrer Helden.

The World, seen by a BookEin Buch könnte aber auch interessantes von dem setting seiner Handlung aufzeigen. Illusions perdues würde dann beispielsweise visualisieren, dass sich alle die jungen Männer, von denen die Rede ist, in ein paar wenigen Straßen in Paris aufhalten, die sämtlich an der Rive gauche, im Quartier Latin, nahe der Sorbonne gelegen sind.

Und warum soll jetzt das interessant sein? Ganz einfach: Weil es – ohne dass das je explizit gemacht wird – ein zentrales Element der Handlung (oder vielmehr des abgebildeten Sozialraums) ist. Lucien, d'Arthez, Lousteau, Rastignac: Jeder der jungen Männer hat ein Objekt der Begierde: Eine reiche Frau; und alle wohnen sie im entgegengesetzten Teil der Stadt, rive droite, an den großen Boulevards oder der Chaussée d'Antin. Und der Roman erzählt die Geschichte der allmählichen Eroberung dieser entgegengesetzten Welt durch die jungen Herren.

Ein paar Karten, historische Bilder, interaktive Verknüpfungen: Wer mit einem solchen Buch durch das Paris von heute streifen würde, könnte wahrlich diese Welt mit den Augen eines Buches sehen.

Aug 18 2012

The World seen from Books

Analoge Bücher können nicht aufzeichnen, wo sie waren, digitale schon. Fast jedes mobile Gerät (alle, die Netzzugang haben) können Geodaten bereitstellen. Man müsste nur eine Schnittstelle bereitstellen, die das aufzeichnet und lesbar macht.

Was würden uns die Bücher dann berichten? Für ein einzelnes Exemplar wäre das vermutlich gar nicht so interessant: "Wurde am Flughafen von X das erste Mal aufgeschlagen, weitergelesen am Strand von Y, dort heißgelaufen. War froh, wieder ins virtuelle Bücherregal zurück zu dürfen, wo ich seit 16 Monaten vor mich hin dämmere und überlege, warum mir dies widerfährt ..."

Spannender könnte es allerdings sein, wenn die Geodaten von ALLEN Exemplaren eines Buches zusammengeführt würden; die Wanderungsbewegungen und die Ausbreitung eines Buches würden sichtbar. Nehmen wir mal ein historisches Beispiel – "Don Quichote" von Cervantes könnte folgendes berichten:

"Ich kam 1605 in Spanien zur Welt. Im zarten Alter von sieben Jahren begann ich, ferne Länder zu besuchen (nachdem ich Fremdsprachen gelernt hatte): England und Holland, Frankreich, die deutschsprachigen Territorien und Venedig eroberte ich bis 1656. Nach einer Pause von über hundert Jahren breitete ich mich zwischen 1769 und 1802 in Dänemark, Russland, Polen, Portugal und Schweden aus. Zwischen 1813 und 1835 lernte ich das Habsburger und das Osmanische Reich kennen. Ab 1860 gings dann so richtig ab bei mir: Nach der Türkei kam ich nach Ägypten, China, Persien, Indien, Malaysia, auf die Philippinen und nach Japan; das alles geschah noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ..."

Alle Achtung! Man sieht auf einmal: Bücher sind Migranten. Globale Informationsströme sind offensichtlich kein Privileg des 21. Jahrhunderts ...

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Mai 20 2012

Reisen lesen

Wo war noch mal die Insel von Robinson Crusoe? In der Südsee? In der Karibik? Achso, hat er ja frei erfunden, der Daniel Defoe. Oder gibt es wirklich einen Ort, der mit Robinsons Insel korrespondiert?

Jetzt haben sich ein paar Wissenschaftler zusammengesetzt und GoogleMaps benutzt, um auf einer 'realen' Karte Orte aus der Literatur einzutragen. Das Projekt nennt sich "Mapping Writing", und bis heute sind nur Texte von rund 20 Autoren sowie vier genaue Analysen von Werken eingetragen; weiterer Ausbau folgt. Die acht Reisen des Robinson Crusoe sehen grafisch so aus:

The Journeys of Robinson Crusoe, shown on Google Maps

Wie wird das eigentlich sein, wenn die erfundenen Orte nicht mit realen korrelieren? Oder wenn in einem Text fingierte Orte neben realen vorkommen? Sind die fiktiven Orten Idealisierungen, Utopien, oder basieren sie auf selbsterlebten / selbstgesehenen Orten, die in der Vorstellungswelt der AutorInnen überformt wurden?

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ... und wenn man erstmal mit solchen Sachen anfängt, kommt man rasch zu immer neuen Fragen. Und so wird das Erforschen imaginierter Textwelten zum Aufbruch in unbekannte Gebiete des Wissens ...

Begriffe: 
Apr 14 2012

Une monde ici-bas

Wenn es stabile Referenzen in Büchern gibt, dann zählen Orte bestimmt dazu. Orte kommen oft vor, es gibt sie lange, sie verändern sich nicht schnell. In Ernst Jüngers "Stahlgewittern" kommen über 150 Orte vor, die ganze Westfront immer rauf und runter. Die Stahlgewitter gibt es jetzt auf Project Gutenberg als eBook – Copyright sei dank – und man könnte eine kleine Software schreiben, um auf einer Karte alle diese Orte anzuzeigen.

Man könnte sich auch einen Sprachraum nehmen, alle Bücher auswerten, die dort erschienen sind und kartieren, welche Orte in diesen Büchern genannt werden. Ein wahnsinniger Programmierer von Google konnte so die Westbewegung in Nordamerika sichtbar machen: Die USA von Büchern aus gesehen !

Wenn man reale Orte, die in Büchern genannt werden, darstellen kann, dann kann man soziale Welten kartieren. Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhundert gab es einen fleißigen Chronisten seiner Zeit, Auguste Lepage, der aufgeschrieben hat, welcher Politiker und welcher Literat in welchem Café verkehrte. Würde man das auswerten, könnte man den gesamten soziopolitischen Kosmos der Zeit auf einer Karte von Paris abbilden, rive gauche, rive droite und Schnittmengen inklusive.

Les cafés politiques et littéraires de Paris : le Procope, la Renaissance, Madrid, Suède, le Rat-Mort, Buci, Frontin, brasserie Saint-Séverin, Foy, le Coup du Milieu, etc. / Auguste Lepage
Les cafés politiques et littéraires de Paris, écrit par Auguste Lepage
Merci à la Bibliothèque nationale de France

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