Sep 24 2011

Glücklich ist der Reisende, der von Stadt zu Stadt reist und sich in unbekannten Vierteln verlieren darf. Jede neue Fremde verändert seinen Blick auf den Weg, den er bereits zurückgelegt hat, und auf die Stationen seiner Reise, die Städte der Vergangenheit. Die Geschichte des ganzen Landes enthüllt sich mit jeder neuen Stadt, jede Station enthüllt neue Geschichten. Ob die Fremdheit, die er entdeckt, ihn von den Geschichten seiner Reise entfremdet oder ob er dort nur fremd gewordene Vergangenheiten seiner selbst entdeckt, wer weiss das schon?

Aus solchen Reiseberichten liessen sich herrliche eBooks bauen: Jedes Kapitel eine neue Stadt, die sich vor dem inneren Auge des Lesenden entfaltet. Im selben Maß, wie der Leser auf seiner imaginären Reise voranschreitet, im selben Maß verändert sich auch die Vergangenheit, entsprechend der Route, die er zurückgelegt hat. Nicht die Vergangenheit der letzten Seiten, sondern die der weiter entfernten Kapitel. Und weil das Buch interaktiv ist, wird der Leser irgendwann zurückblättern und nochmals eines der voraufgegangenen Kapitel lesen, nochmals eine der Städte besuchen. Und der Text wird sich verändert haben, ebenso wie sich sein Blick auf die Vergangenheit geändert hat, entsprechend der Route, die der Leser zurückgelegt hat.

Aug 6 2011

Das verliehene Gedächtnis

Die guten, alten Papierbücher stellen einen bedeutenden Teil unseres kulturellen Gedächtnisses dar. Wie nahe liegt es daher, eine typische Fähigkeit von digitalen Medien – memory – für eBooks zu nutzen.

Ein simples Beispiel: Der titelgebende Brief in Edgar Allan Poes kurzer Erzählung The purloined letter  (Der entwendete Brief) wird dem Leser nie präsentiert. In den einführenden Passagen wird zwar sein kompromittierender Inhalt erwähnt, aber nie wird ausgeführt, was denn dort genau steht. Das wäre eine schöne Aufgabe für die Leser: Überlegen Sie sich doch einmal, was dort geschrieben sein könnte, und schreiben Sie es direkt auf das leere Briefpapier, das das eBook Ihnen zeigt. Schnell in den virtuellen Umschlag geschoben und weitergelesen. Am Ende der Erzählung taucht der Brief dann wieder auf, beschmutzt und zerknittert. Auf dem Blatt könnte der von Ihnen geschriebene Text stehen ...

Ein anderes Beispiel: In der Erzählung "Das unerbittliche Gedächtnis“ berichtet Jorge Luis Borges von Ireneo Funes, der als junger Mann vom Pferd fiel und ein absolutes Gedächtnis erlangte (oder vielmehr seine Fähigkeit zu vergessen verlor). Während für uns Leser der Text als lange Reihe von Wörtern vor uns vorbeizieht und der Begriff "Hund“ wenig ins Gewicht fällt, erinnert der traurige Held der Geschichte jedes Detail von jedem Hund, den er in seinem Leben zu Gesicht bekam. Ein Klick auf das Wort "Hund“ könnte die Möglichkeit eröffnen, unsere Erinnerungen an Hunde dort zu notieren; beim nächsten Lesen dann weitere hinzuzufügen; und irgendwann würden wir Funes' Unfähigkeit zu Abstraktion und Synthese am eigenen Leib nachvollziehen können ...

Oder schliesslich Philip Roth's "Exit Ghost": Wieder einmal begegnet uns Nathan Zuckerman, diesmal gealtert und alternd. An einer Stelle versucht er sich präzise an den Verlauf eines Telefonats und die dort gewählten Worte zu erinnern; so raffiniert sind die Abgründe der Nuancen und Hintersinnigkeiten der Anspielungen gewählt, dass sich nicht nur der Protagonist, sondern auch der Leser unsicher wird, was denn genau gesagt wurde. Zuckerman's Gedächtnis lässt nach, und der feste Grund seiner Wortsicherheit wird zum Treibsand. Als Leser blättert man dann zurück, um nachzuschlagen, was wie gesagt wurde. – Was aber wäre, wenn dort, im eBook, nun ein leicht veränderter Text stünde, abgewandelt gegenüber dem, was man noch Minuten zuvor gelesen hatte, rewritten and refreshed von der unerbittlichen digitalen Maschine?

Begriffe: 
Jul 30 2011

Es ist schon ein kleines Wunder: Nun gibt es eine App, die auf überzeugende Weise den Leser interaktiv an der Welt ihrer Geschichte teilhaben lässt – und story und Konzept kommen nicht aus der Literatur, sondern vom Film her. "The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“  wurde von William Joyce, einem Ex-Pixar-Designer, geschrieben und zuerst als animierter Kurzfilm realisiert, wie auf der Webseite zur App  zu erfahren ist.

Für literarische Autoren genauso wie für Drehbuchautoren lässt sich das Eintauchen in die erzählte Welt schlecht mit Interaktivität vereinbaren. Meist wird versucht, den Leser / Nutzer auf der Ebene des plots einzubeziehen; er soll entscheiden, wie es mit der Geschichte weitergeht. Das kollidiert aber mit dem Anspruch, dem Leser / Nutzer die Möglichkeit zu geben, sich in die Welt des Textes zu versenken, denn um über den weiteren Fortgang der Handlung zu entscheiden, muss er einen Schritt zurücktreten, den Stand der Geschichte kritisch reflektieren und eine Entscheidung treffen. Um zu funktionieren, muss die Fiktion aber ihren eigenen Status als Fiktion verleugnen; Reflexion auf den plot aber bedeutet eine Illusionsdurchbrechung und verhindert Empathie.
Darüber hinaus müssen die verschiedenen möglichen Handlungsverläufe bereits als Interaktionsmuster angelegt sein. Das hat zur Folge, dass der Leser / Nutzer zwar zum (Mit-)Autoren wird, aber nur im Rahmen jenes Handlungsspielraums, der ihm auch eingeräumt wurde – er nimmt wahr, dass er nur ein kleiner Gott ist, den ein größerer, gleichsam hinter ihm wirkender Gott mitspielen lässt.

Erzählungen aber bieten neben dem plot (und damit der zeitlichen Struktur) noch zwei weitere Komponenten, in die der Leser / Nutzer eintauchen kann: das setting, mit dem eine imaginative Verortung des Körpers im fiktiven Raum erfolgt, und den character, mit dem die emotionale Teilhabe an den fiktiven Figuren ermöglicht wird. Hier, an setting und character, setzt "The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“ an. Der Leser / Nutzer gestaltet zwar nicht den Handlungsverlauf mit, aber die interaktiven Elementen verstärken jene Partien, in denen das Erleben des Protagonisten gestaltet wird, z.B. das Eintauchen / Durchfliegen von Textwelten durch Morris Lessmore:

Zum anderen spielt der Leser / Nutzer in zahlreichen Szenen mit, wenn es um das setting geht, so zum Beispiel wenn er Mr. Lessmores Bücher zum Fliegen bringt, sein Haus in einem Orkan wegfliegen lässt oder den Himmel über ihm verändert:

Um die Leser / Nutzer in die Fiktion hineinzuziehen, setzt die App eine Vielzahl von Techniken ein, vor allem animierte Filmsequenzen und 2D-Animationen. Ob das noch ein eBook ist oder ein animierter Film, wird dabei unwichtig, auch wenn es immer um Bücher, um Versenkung in fiktionale Welten und Bücher als Medien individueller Lebensstorys geht. Mediale Unterscheidungen wie "Buch" oder "Film" helfen bei einem derartigen Konglomerat von Techniken nicht weiter. Storytelling selbst ist ohnehin eine Kategorie, die sich der Zuweisung zu nur einem Medium entzieht. "Morris Lessmore“ ist daher eine App sui generis – und das Vergnügen in der Beschäftigung mit ihr a joy of its own.

Jede Erzählung erschafft eine eigene Welt, in der sich die Geschichte abspielt; das nennt die Erzähltheorie Diegese. Seit Cervantes' Don Quijote wissen wir, dass eine Erzählung auch weitere Erzählungen in sich enthalten kann (also zwei Diegesen), und dass es etwas kompliziert wird, wenn Figuren aus der zweiten erzählten Welt in die erste erzählte Welt 'hinübergreifen', d.h. die Grenze zwischen den beiden Erzählungen überschreiten. So begegnen zu Beginn des zweiten Bandes Don Quijote und Sancho Panza zwei gleichnamigen Figuren, die aber einem anderen Buch entsprungen sind, und alle fragen sich, wer ist jetzt eigentlich echt ist und wer falsch.

In der Erzählung Continuidad de los parques (Park ohne Ende) von Julio Cortázar sitzt ein Mann in einem Sessel und liest ein Buch; er kann aus dem Fenster auf den Park schauen. Eine Figur aus diesem Buch – der Liebhaber – verabschiedet sich von seiner Geliebten, verlässt das Haus mit dem Vorsatz, den Mann seiner Geliebten zu ermorden, durchquert den Park (und damit die diegetische Grenze), betritt ein Haus und tritt in das Zimmer, in dem ein Mann in einem Sessel sitzt und ein Buch liest. Ende der Geschichte.

Natürlich kann man dieses Spiel schön kompliziert und mit vielen Erzählwelten weitertreiben, aber bislang verbleiben die Figuren und Akteure immer in diesen Textwelten.

Das könnte man doch mal ändern. Cortázars Liebhaber könnte beispielsweise beschließen, den Mann seiner Geliebten zunächst einmal anzurufen, und dann, beim nächsten Umblättern, klingelt das Telefon.

Des Lesers eines eBooks.

Die Bewegungen der Augen beim Betrachten eines Bildes oder beim Lesen eines Textes können minutiös aufgezeichnet werden. „Eye-Tracking“ heißt das im Neudeutschen, und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI hat sich mal überlegt, wie das werden könnte, wenn das Buch wüsste, worauf der Blick des Lesers ruht:

Jedes der features dieser Software ist entweder mit der Blickrichtung oder mit der Verweildauer des Blicks verknüpft. Alles, aber auch wirklich alles, soll durch die Augen gesteuert und kontrolliert werden.

Das mutet befremdend an. Denn wer kontrolliert die Kontrolleure? Merkwürdigerweise sind es doch gerade die Augen, die sich niemals vollständig der Kontrolle durch die seelische Tätigkeit unterwerfen. Lesend verändern die Augen als Mittler zwischen Text und Hirn ihre Tiefenschärfe, je nachdem, ob der Leser nun gerade auf den Modus Imagination, Tagtraum, Reflexion oder Erinnerung stellt (um nur vier Beispiele zu nennen).

Geht man noch einen Schritt weiter, dann kann man das Scheitern einer solcherart konzipierten Eye-Tracking-Software in ihrer Anwendung auf literarische Texte vorhersehen. Erzählungen sind ja gerade dadurch charakterisiert, dass sie den Leser in der Imagination in die erzählte Situation versetzen und ihn diese gleichsam mit seinem inneren Auge wahrnehmen lassen, so dass er an ihren Erlebnisqualitäten teilhaben kann. Der Leser wird dazu eingeladen, im Leseakt seine eigenen Vorstellungsbilder entstehen zu lassen. Ein aufmerksamer Leser führt sich die Figuren und Räume vor sein inneres Auge, und er blickt erzeugend-projizierend dem Geschehen im Text voraus. Das innere Auge der Imagination kann aber auch nachträglich (belated) tätig werden, indem es seine Wahrnehmung von der Realität des Textes abtrennt und die dort vorgetragenen Ereignisse verspätet wahrnimmt (was wiederum die Eigenarten des Lesens in Bezug auf Zeit unterstreicht).

Wer es nicht glauben möchte, der schaue sich einmal an, wie Kafka seinen Karl Roßmann im „Heizer“ gebaut hat: Als eine Produktionsmaschine, die ständig zwischen Projektion und Nachträglichkeit hin- und herschaltet. Kafka nimmt den Lektüremodus des Lesers auf und baut daraus die genetische Struktur der story.

Ich glaube, an diesem Text können die Jungs vom DFKI noch ein bisschen üben.

Jun 4 2011

Token of Recognition

"Minority Report" ist einer jener Sci-Fi-Thriller, in dem Menschen über einen Iris-Scan identifiziert werden. Auge = Identität. In einer kurzen Szene bekommt der von Tom Cruise gespielte Hauptdarsteller ein Paar neue Augen eingesetzt; kurz darauf läuft er durch einen der allgegenwärtigen Scanner und erhält auf einem Screen personalisierte Werbung angezeigt: "Good morning, Mr. Huang!"

Wenn man diese Idee aufnimmt und die Identitäts-Verknüpfung auflöst, kann man sich vorstellen, wie interaktive Geschichten gestaltet werden könnten. Es gibt ein Areal (das ,Setting'), und jeder, der sich in die Geschichten versenken möchte, erhält einen token, mit dem er sich durch das Areal bewegt. Dieser token wird gescannt, und daraufhin erhält der Leser / Besucher  / Nutzer auf einem Screen ein Stück Text eingeblendet. 

Er kann in dieser Geschichte durch den Weg, den wählt, mitspielen und ihren Verlauf verändern. Wenn beispielsweise die erste Szene im großen Bankettsaal des Schlosses spielt, wird im angezeigten Text beschrieben, was sich im Ost- bzw. Westflügel oder im Hof oder in der Krypta befindet. Geht der Leser / Spieler in einen dieser Räume, erhält er dort weitere Informationen usf.

Die Wege (und Erlebnisse) können also vielfach sein. Letztes Endes wird man die Zahl der Spielvarianten begrenzen müssen; dieses Manko eröffnet aber die Chance, die Rolle (den character) zu profilieren, denn aus den voraufgegangenen Wegen lassen sich ja Rückschlüsse über das Verhalten des Leser / Spielers ziehen (forsch, verhalten, unentschlossen usf.), und man kann dem Leser / Spieler erklären, warum manche Möglichkeiten nicht eröffnet werden ("das würdest Du gar nicht wollen").

In einem eigens für diese personalisierten Spielverläufe gestalteten Areal lassen auch andere interaktive Dialogmöglichkeiten realisieren. Der Leser / Spieler kann sich über Schaltflächen und Knöpfe ausstaffieren, wappnen, Schätze sammeln usf., wie in einem Computerspiel auch. Jetzt hätte er aber kein virtuelles Umfeld mehr, sondern ein mit allen fünf Sinnen erfahrbares, synästhetisches Kunstwerk.

Mai 14 2011

Check in! Text out!

Eine von den weitgehend sinnfreien location-based services ist Foursquare. Man geht irgendwo hin, checkt sich ein, weiss dann, dass man an diesem Ort oft war (meist ist ein anderer noch häufiger dort gewesen) und kann verfolgen, wo die Freunde sich gerade einchecken. Super!

Jetzt hat ein Hundefutterhersteller eine wirklich bestechende Idee für den really cutting edge-Einsatz von Foursquare gehabt:

Eigentlich eine klasse Sache. Ich aber würde statt eines Hundefutterspenders einen Drucker anschliessen und hui – Lyrik to go: Check in, text out. Poetry to come.

Mär 24 2011

Bye bye Flash

Im Netz ist Adobes proprietäres Format SWF allgegenwärtig. Für vektorgrafik-basierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit fast alternativlos. Das würde natürlich auch herrliche Möglichkeiten für die Gestaltung von eBooks bieten, wenn der Flash Player denn auch auf iOS devices laufen würde: Steve Jobs ärgerte sich bei der Präsentation seines tablets letztes Jahr noch schwarz, als er die Seite der New York Times anwählte und die Fehlermeldung „Flash Player nicht gefunden“ erhielt.

Seit kurzem deutet sich ein workaround an: Adobe hat jetzt ein Tool hergestellt – zumindest ein Demo davon – , das die Konversion von Flash-Inhalten in HTML5 erlaubt. Und seit ein paar Monaten bereits gibt es ein Open-Source-HTML5-Framework zur eBook-Erstellung für das iPad. Das Baker eBook Framework wurde unter BSD-Lizenz veröffentlicht und erlaubt es, eBook-typische Inhalte im HTML5 aufzubereiten und über den App Store zu vertreiben. Ein erstes, ganz nettes Beispiel mit dem Titel 5x15 Tokyo kann man sich kostenlos aus dem App Store laden. Hier sind noch keine animierten, Audio- oder Video-Inhalte integriert, aber:

Die Tür steht offen. Let's go.

 

 

 

 

 

 

 

Mär 16 2011

How to become a hero

Geschichten stiften Identitäten, und wer identifiziert sich nicht mit einem der Helden der Geschichte? Wenn im Herbst der neue ePub3-Standard herauskommt, wird es möglich sein, den Namen einer der Figuren im eBook durch den eigenen Namen zu ersetzen und so zum hero zu avancieren. Mehr noch: JavaScript ermöglich es, Verknüpfungen zu den devices, die im Lesegerät enthalten sind, herzustellen. Mit anderen Worten: Man kann auf die Kamera zugreifen und dem eBook sein eigenes Foto hinzufügen, man kann in das eBook eine „Spiegelfläche“ einbetten, in der die aktuellen Bilder der Videokamera angezeigt werden. „Spieglein, Spieglein, an der Wand“ – und man sieht sich selbst im eBook wieder. Willst Du die / der Schönste im ganzen Land sein?

Begriffe: 

Vor etwa 15 Jahren habe ich "Hamlet" gelesen und das meiste glücklich vergessen. Ein Zauderer, auf halbem Wege zwischen Mutterliebe und Vatererbe steckengeblieben - das ist nichts für mich. Permanente Unentschiedenheit, Waten im Sumpf des "Was denn jetzt", verträumtes Spiel mit changierenden Möglichkeiten. Was sonst noch blieb: Die Szene, in der Theater auf dem Theater gespielt wird (H will seiner Mutter was vorführen), der Kopf des Polonius, und das Allerweltswort "Sein oder Nicht-Sein", das Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden ist.

Ob Ihr es glaubt oder nicht, ich weiss noch, was die Menschen auf Bombays Boulevards in Rushdies "Midnight Children" knabbern ('time-pass, time-pass'), ich erinnere mich an das Loch im Nachthemd der Ehefrau von Arcadio Buendia (oder war es Aureliano Segundo?) in Marques' Hundert Jahre Einsamkeit, und an die verdammten Nasennebenhöhlenentzündungen des Protagonisten in Kiran Nagarkars "Gottes kleiner Krieger".

Kurz - das Lesen geniesst Portionen, Reste, Stücke, und was haften bleibt, ist fragmentarisch, sprunghaft, und bestimmt nicht den Texten angemessen. Wer kann schon die Entwicklung einer Figur vollständig wiedergeben ausser dem Autor?

Hätte ich ein passendes eBook zur Hand, würde ich, wie ich es schon jetzt mit physischen Büchern tue, Stellen markieren, um sie noch einmal zu geniessen. Beim zweiten oder dritten Lesen würden mir diese Stellen und Zitate genügen, der Rest könnte 'entfallen'. Jahre später, wenn ich wieder zu diesem Text greife, reicht wiederum ein kleinerer Teil dieser Auswahl, oder vielleicht ein zwei andere markante Stellen dazu. Ich wünsche mir also ein eBook, das zerfällt, bis das übrig bleibt, was ohnehin in meinem Gedächtnis ist. Und wenn dieses etwas auch in Eurem Gedächtnis ist, ist es unsterblich.

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