Apr 14 2012

Une monde ici-bas

Wenn es stabile Referenzen in Büchern gibt, dann zählen Orte bestimmt dazu. Orte kommen oft vor, es gibt sie lange, sie verändern sich nicht schnell. In Ernst Jüngers "Stahlgewittern" kommen über 150 Orte vor, die ganze Westfront immer rauf und runter. Die Stahlgewitter gibt es jetzt auf Project Gutenberg als eBook – Copyright sei dank – und man könnte eine kleine Software schreiben, um auf einer Karte alle diese Orte anzuzeigen.

Man könnte sich auch einen Sprachraum nehmen, alle Bücher auswerten, die dort erschienen sind und kartieren, welche Orte in diesen Büchern genannt werden. Ein wahnsinniger Programmierer von Google konnte so die Westbewegung in Nordamerika sichtbar machen: Die USA von Büchern aus gesehen !

Wenn man reale Orte, die in Büchern genannt werden, darstellen kann, dann kann man soziale Welten kartieren. Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhundert gab es einen fleißigen Chronisten seiner Zeit, Auguste Lepage, der aufgeschrieben hat, welcher Politiker und welcher Literat in welchem Café verkehrte. Würde man das auswerten, könnte man den gesamten soziopolitischen Kosmos der Zeit auf einer Karte von Paris abbilden, rive gauche, rive droite und Schnittmengen inklusive.

Les cafés politiques et littéraires de Paris : le Procope, la Renaissance, Madrid, Suède, le Rat-Mort, Buci, Frontin, brasserie Saint-Séverin, Foy, le Coup du Milieu, etc. / Auguste Lepage
Les cafés politiques et littéraires de Paris, écrit par Auguste Lepage
Merci à la Bibliothèque nationale de France