Mai 20 2012

Reisen lesen

Wo war noch mal die Insel von Robinson Crusoe? In der Südsee? In der Karibik? Achso, hat er ja frei erfunden, der Daniel Defoe. Oder gibt es wirklich einen Ort, der mit Robinsons Insel korrespondiert?

Jetzt haben sich ein paar Wissenschaftler zusammengesetzt und GoogleMaps benutzt, um auf einer 'realen' Karte Orte aus der Literatur einzutragen. Das Projekt nennt sich "Mapping Writing", und bis heute sind nur Texte von rund 20 Autoren sowie vier genaue Analysen von Werken eingetragen; weiterer Ausbau folgt. Die acht Reisen des Robinson Crusoe sehen grafisch so aus:

The Journeys of Robinson Crusoe, shown on Google Maps

Wie wird das eigentlich sein, wenn die erfundenen Orte nicht mit realen korrelieren? Oder wenn in einem Text fingierte Orte neben realen vorkommen? Sind die fiktiven Orten Idealisierungen, Utopien, oder basieren sie auf selbsterlebten / selbstgesehenen Orten, die in der Vorstellungswelt der AutorInnen überformt wurden?

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ... und wenn man erstmal mit solchen Sachen anfängt, kommt man rasch zu immer neuen Fragen. Und so wird das Erforschen imaginierter Textwelten zum Aufbruch in unbekannte Gebiete des Wissens ...