Mai 18 2013

Nichts lesen

"Ich les' mal eben noch schnell das Internet durch", simste mir ein Freund kurze Zeit nach unserer Verabschiedung (und diversen Bieren). Ja, dachte ich, und dann kannst Du mir ja morgen erzählen, was drinsteht. Eigentlich reicht mir das vollkommen, wenn jemand das Internet zusammenfasst und viel von dem unaufhörlichen BlaBla rausfiltert.

Eigentlich könnten wir ab und zu ein wenig von dem löschen, was wir da so ins Internet laichen. Ein digitaler Radiergummi wäre bestimmt kein schlechtes Tool. Mit elektronischen Büchern kann man es ja genau so machen: "Ein Buch weglesen" könnte dann bedeuten, dass es anschließend nicht mehr da ist, ausradiert, gelöscht. Natürlich kann man so was nur mit den eigenen Büchern und Texten machen; wir Deutschen haben einfach schlechte Erfahrungen mit Bücherverbrennungen gemacht.

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Stanislaw Lem hat allerdings einmal von einem freundlichen Menschen erzählt, der für eine solche Aufgabe prädestiniert zu sein scheint: In Professor Tarantogas Sprechstunde kommen lauter Personen, die über ihre kuriosen Einfälle und Entdeckungen berichten. Unter ihnen ist ein Herr, der vorhat, "Zudecker von Erfindungen" zu werden. Er möchte Erfindungen und Entdeckungen verhindern, bevor aus ihnen Gefährliches ensteht. Ob wir ihm unsere Aufgabe anvertrauen wollen, Texte "wegzulesen"?