Mär 15 2014

Das geschlossene Buch

Da haben die Ahnen schon recht: Ein Buch und Du, mehr braucht es nicht. Kein Facebook, keine Vernetzung der Bücher untereinander, keine geschlossenen Systeme wie Amazon und der iBook-Store, und auch keine angeleinten ("tethered") Anwendungen wie bei den ganzen Online-Spielen. Ein Buch und Du, das heisst auch: Autonomie, Individualität, Empfänglichkeit, Dialog. Das Buch als Brevier und Lebensratgeber; da kann man schon mal auf die Ahnen hören.

Eine Spruchweisheit aus dem Hagakure: Nach den Worten der Ahnen soll man seine Entscheidungen innerhalb von sieben Atemzügen treffen. Es ist eine Frage der Entschlossenheit und des Willens, zur anderen Seite durchzustoßen.

Wir Leser brauchen also den ganzen Firlefanz nicht und können von Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Steve Jobs unabhängig bleiben. Muss man deshalb das Rad zurückdrehen und auf eBooks verzichten? Wenn das Buch als Einheit abgeschlossen bleibt und nichts über den Leser an die ganzen gierigen Monopolisten und Datensammler weitergibt, dann sicher nicht. Hier müssen wir eben noch unseren Weg finden zwischen der Omnipotenzphantasie ubiquitärer Verfügbarkeit von Büchern und der totalen Kontrolle marktbeherrschender Konzerne (oder Geheimdienste: Denen sind Leser immer suspekt, wie ich bereits einmal bemerkt habe.)

Aber auch das wussten schon die Alten, wie man ebenfalls dem Hagakure entnehmen kann: "Es heißt, dass man zu dem, was man „Geist einer Epoche“ nennt, nicht zurückkehren kann. Dass dieser Geist sich zerstreut, liegt an der Endlichkeit der Welt. Aus diesem Grunde, auch wenn man heute den Geist von vor 100 Jahren und mehr wollte, geht es nicht. Folglich ist es wichtig, aus jeder Generation das Beste zu machen."