Mai 25 2011

Das Buch aufmischen

Die Kinder von heute sind die Leser von morgen. Die Zukunft des Buches liegt daher bei den Kindern. Merkwürdigerweise gibt es aber noch gar nicht so viele elektronische Kinderbücher. Eines der derzeit technisch avanciertesten Kinderbücher ist gar kein eBook, sondern eine App. „Alice in Wonderland“ wurde von AtomicAntelope für das iPad entwickelt:

Ein Buch zum Drehen, Wiegen, Rütteln, Schütteln, Wischen und Ziehen. Hier kann man sich wirklich vorstellen, dass Kinder die vielen verspielten Animationen lieben werden und sich gerne damit beschäftigen.
Und man kann sich auch vorstellen, wie andere Kinderbücher aussehen würden, wenn man sie technisch entsprechend aufbereitet: Für „Der kleine Wassermann“ von Otfried Preussler zum Beispiel könnte sich das iPad in ein Aquarium verwandeln, so dass man das Szenario ständig vor Augen hat. Den Text könnte man inmitten der Algen und Krebse scrollen, wenn der Onkel aus dem Moor vorbeikommt, färbt sich der Vordergrund trübe ein, an einer anderen Textstelle kommt das Neunauge langsam durch den Bildschirm geschwommen ...
Eine andere Möglichkeit wäre Jutta Bauers „Königin der Farben“. Die Geschichte, in der sich die Farben erst vermischen und zu einem unansehlichen Grau werden, um dann später durch die Tränen der Königin wieder getrennt zu werden und schliesslich in einem bunten Feuerwerk zu enden, kann man sich ebenfalls gut animiert vorstellen. Interaktiv könnten Kinder die Farben vermischen und wieder trennen und sich am finalen Feuerspektakel erfreuen.